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Zitieren

Das Zitieren von Literaturstellen ist einer der Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens. Zitate dienen dazu, eigene Aussagen oder Arbeitshypothesen zu belegen, zu veranschaulichen und in einen Forschungskontext einzuordnen. Um eigene von fremden Gedanken zu unterscheiden und geistigen Diebstahl (Plagiat) zu vermeiden, müssen Zitate durch genaue Quellenangaben deutlich gekennzeichnet werden, sodass die Leser*innen der Arbeit selbst einen Blick in die Quellen werfen können. Die rechtliche Grundlage für das Zitieren bildet der § 51 im Urheberrechtsgesetz.

Einen kleinen Überblick zum Thema Zitieren möchten wir Ihnen auf dieser Seite bieten. Bitte beachten Sie auch die Angebote Ihrer Fakultät bzw. Ihres Lehrstuhls zu dem Thema und erkundigen sich dort nach möglichen Vorschriften (bspw. vorgegebener Zitationsstil).

Zitierformen

Zitate können entweder direkt oder indirekt wiedergegeben werden.

Bei direkten Zitaten wird die Textstelle aus einer Quelle wörtlich übernommen. Das Zitat wird in Anführungszeichen gesetzt, um es von den eigenen Gedanken abzusetzen. Geht das wörtliche Zitat über mehrere Zeilen, wird es eingerückt.

  • Beispiel:

    “Es ist davon abzuraten, für die Präsentation einen vorgeschriebenen Text auswendig zu lernen oder gar während der Präsentation monoton abzulesen.” (Gerstmann 2021, S. 112)

Bei indirekten Zitaten werden fremde Gedanken in eigenen Worten sinngemäß wiedergegeben (= paraphrasiert). Hier kann ggf. der Konjunktiv verwendet werden, um fremde Gedanken von eigenen abzugrenzen. Auch Floskeln wie „Laut Autor*in XY…“ oder „Autor*in XY behauptet …“ können dabei helfen. In der Quellenangabe werden in vielen Zitationsstilen Kürzel vorangestellt, bei deutschsprachigen z. B. „vgl.“ (= vergleiche) oder „cf.“ bei englischsprachigen.

  • Beispiel:

    Meike Gerstmann empfiehlt, einen Vortrag möglichst frei zu halten. (vgl. Gerstmann 2021, S. 112)

Zitationsstile

Es existieren viele verschiedene Zitationsstile. Je nach gewähltem Zitationsstil sieht das Ergebnis formal anders aus. Grob kann zwischen textbasierten und fußnotenbasierten Stilen unterschieden werden. Auch der Umfang der Angabe kann sich unterscheiden: bei manchen Stilen wird die bibliographische Angabe bspw. im Autor-Jahr-Format ausgegeben, bei anderen wiederum als Nummer, die auf den vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis verweist.

Der Zitationsstil kann vorgegeben sein, beispielsweise: 

  • von Betreuer*innen der Arbeit oder von Fakultät/Lehrstuhl etc. (wenn Sie Studierende*r sind)
  • von der Konferenz-, Zeitschrift etc., in der Sie publizieren (wenn Sie Wissenschaftler*in sind)

In den folgenden Beispielen[1] werden verschiedene Prinzipien von Zitationsstilen veranschaulicht.

Textbasierte Zitationsstile

Bei der In-Text-Zitation wird hinter dem Zitat die Quelle direkt im Text in Klammern genannt. Dies kann z. B. im Autor-Jahr-Format oder numerisch geschehen.

Beim Autor-Jahr-Format wird der Nachname der Autor*innen und das Erscheinungsjahr der Publikation (sowie die Seitenzahl) angegeben.

  • Beispiel:
     
    “Es ist davon abzuraten, für die Präsentation einen vorgeschriebenen Text auswendig zu lernen oder gar während der Präsentation monoton abzulesen.” (Gerstmann 2021, S. 112)

Beim numerischen Format bekommt jede zitierte Quelle eine Nummer im Literaturverzeichnis zugewiesen. Hinter dem konkreten Zitat wird in Klammern dann die jeweilige Nummer der Quelle, aus der zitiert wird (und die Seitenzahl) angegeben.

  • Beispiel:

    “Es ist davon abzuraten, für die Präsentation einen vorgeschriebenen Text auswendig zu lernen oder gar während der Präsentation monoton abzulesen.” (1, S. 112)

    Literaturverzeichnis
    1. GERSTMANN, Meike. Wissenschaftliches Arbeiten. 1. Auflage. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer, 2021.

Beim alphanumerischen Stil bekommt jede Quelle eine Kennung (bspw. zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben des Nachnamens und den letzten beiden Ziffern des Erscheinungsjahrs) zugewiesen. Im Literaturverzeichnis befindet sich dann die vollständige bibliographische Angabe.

  • Beispiel:

    “Es ist davon abzuraten, für die Präsentation einen vorgeschriebenen Text auswendig zu lernen oder gar während der Präsentation monoton abzulesen.” [Gers21, S. 112]

    Literaturverzeichnis
    [Gers21] GERSTMANN, Meike. Wissenschaftliches Arbeiten. 1. Auflage. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer, 2021.

Fußnotenbasierte Zitationsstile

Bei fußnotenbasierten Stilen wird die Quellenangabe in eine Fußnote am Ende der Seite verlagert. Um das jeweilige Zitat der Quelle zuordnen zu können, werden die Fußnoten nummeriert.

Beim Vollbeleg werden die vollständigen bibliographischen Angaben der Quelle (inklusive Seitenzahl des Zitats) in der Fußnote angegeben. Meist ist das bei der ersten Zitation aus einer Quelle der Fall.

  • Beispiel:
     
    “Es ist davon abzuraten, für die Präsentation einen vorgeschriebenen Text auswendig zu lernen oder gar während der Präsentation monoton abzulesen.”1

    ____________
    1 GERSTMANN, Meike. Wissenschaftliches Arbeiten. 1. Auflage. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer, 2021, S. 112.

Wird dieselbe Quelle in einem Dokument mehrfach zitiert, wird nicht mehr die komplette bibliographische Angabe in der Fußnote genannt, sondern z. B. nur noch nach dem Autor-Jahr-Format oder Autor-Titel-Format in einem sog. Kurzbeleg zitiert.

  • Beispiel:

    “Es ist davon abzuraten, für die Präsentation einen vorgeschriebenen Text auswendig zu lernen oder gar während der Präsentation monoton abzulesen.”2

    ____________
    2 GERSTMANN, Meike. Wissenschaftliches Arbeiten, S. 112.

Bibliographische Angaben (Literaturverzeichnis)

Im Literaturverzeichnis (oder beim Vollbeleg) werden die vollständigen bibliographischen Angaben einer Quelle genannt. Welche Angaben benötigt werden, hängt einerseits vom gewählten Zitationsstil, andererseits vom jeweiligen Dokumenttyp ab. So sind bspw. bei einem Sammelwerk andere Angaben nötig als bei einem Zeitschriftenartikel.

Im Folgenden haben wir einige Beispielzitationen[2] der gängigsten wissenschaftlichen Publikationstypen aufgeführt (s. auch das Video Dokumenttypen und ihre Zitierung).

  • Definition:
    ein in sich geschlossenes, zusammenhängendes Werk, verfasst von einer oder mehreren Person/-en
  • Beispiel:
    MAIBACH, Meike, Diagnostische Performanz und Einschätzungen von Primarstufen-Studierenden: Vergleich des informativen und zur Exploration anregenden Zugangs der digitalen, fallbasierten Lernplattform ‚FALEDIA‘ [online]. Wiesbaden: Springer Fachmedien. [Zugriff am: 24. Februar 2026]. ISBN 978-3-658-50683-4. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-658-50683-4
  • Anmerkung:
    Bei der Zitation ist es wichtig, die jeweilige Auflage (wenn vorhanden) anzugeben.
  • Definition:
    ein Einzelbeitrag in einer Monographie
  • Beispiel:
    MAIBACH, Meike, 2026. Digitale Lerngelegenheiten in der universitären Lehrkräfteausbildung. In: MAIBACH, Meike, Diagnostische Performanz und Einschätzungen von Primarstufen-Studierenden: Vergleich des informativen und zur Exploration anregenden Zugangs der digitalen, fallbasierten Lernplattform ‚FALEDIA‘ [online]. Wiesbaden: Springer Fachmedien. S. 97–140. [Zugriff am: 24. Februar 2026]. ISBN 978-3-658-50683-4. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-658-50683-4_3
  • Anmerkung:
    In der Regel brauchen Sie kein Kapitel einer Monographie gesondert zitieren, es reicht die Seitenzahl. Wenn jedoch, wie in dem Beispiel, eine DOI oder anderer Identifikator speziell für das einzelne Kapitel vorliegt, können Sie es gesondert angeben. Dann wird in der Zitation das übergeordnete Werk (die Monographie) genannt (ähnlich wie bei Kapitel im Sammelwerk).
  • Definition:
    ein von einer oder mehreren Person/-en herausgegebenes Werk, das mehrere Einzelbeiträge / Kapitel unterschiedlicher Autor*innen zu einem übergeordneten Thema versammelt
  • Beispiel:
    MOORMANN, Peter und Nicolas RUTH (Hrsg.), 2023. Musik und Internet: Aktuelle Phänomene populärer Kulturen [online]. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. [Zugriff am: 26 März 2026]. Musik und Medien. ISBN 978-3-658-39144-7. Verfügbar unter: https://link.springer.com/10.1007/978-3-658-39145-4
  • Anmerkung:
    Bei der Zitation ist es wichtig, die jeweilige Auflage (wenn vorhanden) anzugeben.
  • Definition:
    ein Einzelbeitrag im Sammelwerk
  • Beispiel:
    MOORMANN, Peter, 2023. Populäre Musik im Sog digitaler Plattformlogiken: Musikbasierte Kürzestvideos am Beispiel der „Wipe It Down“-Challenge auf TikTok. In: Peter MOORMANN und Nicolas RUTH (Hrsg.), Musik und Internet [online]. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. S. 99–110. Musik und Medien. [Zugriff am: 26 März 2026]. ISBN 978-3-658-39144-7. Verfügbar unter: https://link.springer.com/10.1007/978-3-658-39145-4_6
  • Anmerkung:
    Bei der Zitation ist es wichtig, das übergeordnete Werk (Sammelwerk) anzugeben.
  • Definition:
    ein Beitrag in einer Zeitschrift; meist einem Heft und Band in der Zeitschrift zugeordnet
  • Beispiel:
    KERKHOFF, Jana, Dominik BORRMANN und Gabriele SADOWSKI, 2025. Co-sorption of volatile components in polymer-based pharmaceutical formulations. Fluid Phase Equilibria. 1. Februar 2025. Bd. 589, Art.-Nr. 114247. [Zugriff am: 24. Februar 2026]. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1016/j.fluid.2024.114247
  • Anmerkung:
    Bei der Zitation ist es wichtig, Zeitschrift, Band und Heft (wenn vorhanden) anzugeben sowie Seitenzahl oder alternativ Artikel-Nummer (wenn vorhanden).
  • Definition:
    z. B. ein Blogbeitrag; Beitrag/Teil einer Webseite; i. d. R. keine wissenschaftliche Quelle, kann sich verändern
  • Beispiel:
    SCHNEIDER, Anne, 2026. Iran-Krieg: Ein Friedensplan und Verhandlungen - was ist dran? tagesschau.de [online]. 2026. [Zugriff am: 26 März 2026]. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/trump-nahost-plan-100.html
  • Anmerkung:
    Bei der Zitation ist es wichtig, dass das Zugriffsdatum angegeben wird, falls sich die Seite im Nachhinein noch verändert oder ganz verschwindet. Am besten bewahren Sie sich selbst auch einen Screenshot der Seite auf.

Persistente Identifikatoren

Die meisten aktuellen wissenschaftlichen Publikationen werden auch elektronisch veröffentlicht. Es kann jedoch vorkommen, dass ein Werk nur in gedruckter Form vorliegt (z. B. aufgrund des Alters). Als persistenten Identifikator gibt es bei Printmedien die ISBN (= International Standard Book Number). Ob die ISBN in einer Zitation oder im Literaturverzeichnis angegeben wird, hängt vom gewählten Zitationsstil ab. Ähnlich verhält es sich mit den Identifikatoren für elektronische Medien (DOI, eISBN etc.). Auch ob ein Zugriffsdatum bei DOI (= Digital Object Identifier) etc. angegeben wird, hängt vom Zitationsstil ab. Lediglich bei der URL wird immer das Zugriffsdatum angegeben.

Liegt ein persistenter Identifier vor, wird dieser der herkömmlichen URL bei der Zitation vorgezogen, da diese nur den Ort angibt, an dem das Dokument liegt. Da dieser sich ändern kann, werden bei aktuellen Publikationen zumeist persistente Identifikatoren vergeben. DOI ist der gängigste elektronische persistente Identifikator. Es können auch – vor allem in Repositorien – URN (= Uniform Resource Name) und Handle auftreten. Wenn nur URN oder Handle (oder URL) vorliegt, geben Sie diese an, ansonsten die DOI.

Literaturverwaltungsprogramme

Literaturverwaltungsprogramme unterstützen beim korrekten Zitieren, sodass es nicht manuell erfolgen muss. Verweise und Zitate können mit einem Klick an die gewünschte Stelle im Textverarbeitungsprogramm übertragen werden, parallel generiert sich ein Literaturverzeichnis.

An der TU Dortmund schulen wir die Literaturverwaltungsprogramme Citavi und Zotero. Beide stellen jeweils mehr als 10.000 Zitationsstile zur Verfügung. Schauen Sie nach, ob der gewünschte Stil in der Datenbank des Tools aufgeführt wird. Wenn Sie keinen konkreten Stil suchen, können Sie auch nach Zitationsmethode, Sprache und Fachgebiet filtern. Das geht bei Citavi über den Menüpunkt Zitation – Zitationsstile – Zitationsstil wechseln – Stil suchen; bei Zotero über Bearbeiten – Einstellungen – Zitieren – Zusätzliche Stile erhalten.


Anmerkungen

[1] Die Beispiele sind angelehnt an eine Grafik zur Systematik von Zitationsmethoden der Swiss Academic Software GmbH: www1.citavi.com/sub/manual6/de/index.html (zuletzt aufgerufen am 12.03.2026)

[2] Den Zitationen liegt die Norm ISO 690 Information und Dokumentation - Richtlinien für Titelangaben und Zitierung von Informationsressourcen zugrunde. Diese Norm kann verschiedene Zitationsmethoden abbilden.